Guano Islands Act – Kurioses Gesetz

Kuriose Gesetzte gibt es viele,  doch als ich gerade von diesem las, war ich wirklich überrascht darüber, was sich Menschen so alles einfallen lassen. Aber erst einmal zu dem Inhalt dieses skurrilen Gesetzes und ja es handelt sich wirklich um ein Gesetz, welches bis heute Gültigkeit hat. Es besagt, dass Inseln, auf denen Vogelexkremente einer bestimmten Art zu finden sind, zum Staatsgebiet der USA gehören. Vorausgesetzt die Inseln werden von einem US-Bürger gefunden, diese gehört zu keinem anderen Staatsgebiet und sie ist nicht von Bürgern anderer Nationen bewohnt. Des Weiteren müssen die Inseln auf friedliche Art erobert werden.

Mir persönlich stellten sich nun die Frage, wie es überhaupt zu einem solchen Gesetz kommt und vor allem, ob dieses jemals Anwendung fand? Schließlich scheint es auf den ersten Blick schon eher absurd zu sein.

Guano ist der indianische Ausdruck für Vogelexkremente. Diese waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts für die Landwirtschaft sehr bedeutend. Aber nicht nur diese Tatsache ist in dem Zusammenhang sehr interessant. Die Reise des Walfängers Benjamin Morrel entlang der südwestafrikanischen Küste spielt ebenso eine wichtige Rolle. Er berichtet von einem großen Guano-Reichtum, fand allerdings keine Investoren für den Abbau. Trotzdem wurde das Guano Islands Act erst im Jahr 1856 erlassen, und zwar als Folge des Bekanntwerdens hoher Guano-Reserven im Pazifik.

Aus meiner Sicht sehr überraschend ist, dass auf diese Weise über fünfzig Inseln zum amerikanischen Staatsgebiet wurden, wenn auch nicht alle dauerhaft. Noch immer zu den USA gehören unter anderem Baker Island, Howland Island, Jarvis Island und die Midwayinseln.

 

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